Gästebuch

Der Tambourmajor

Was heißt "Tambour"?


Das Wort Tambour nennt ursprünglich nicht den Trommler, sondern ein Instrument. Das Wort wird vom arabisch-persischen tanbúr (sprich tambür) abgeleitet, eine Art Schlagzitter. Dies wurde französisch zu Tambour und bezeichnete eine Handtrommel (Tamburin). Man hat das Wort im Mittelalter aus dem Französischen entlehnt: Tambúr. Der Schlegel hieß Tambúrer. Seit dem 17. Jahrhundert hat man den Namen des Instrumentes auf den Trommler selbst bezogen. Das französische Tambour verdrängte das deutsche "Drommelschläger" im brandenburgischen Heere um 1650.

Welchen Ursprung hat der Tambourstab?

Der Tambourstab hat sich aus dem Stock der Landsknechts- und Söldnerfahnen entwickelt. Trommler und Pfeifer, die dem Fähnrich unterstanden, erhielten durch Schwenken und Schwingen der Fahne - das "Fahnenspiel" genannt - den Takt angezeigt. Ebenso wurden die zur Truppenführung erforderlichen Signale mit "Fahne und Spiel" sicht- und hörbar weitergegeben. Zur besseren Handhabung hielt man den Fahnenstock sehr kurz und versah in unten mit einer Kugel. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ist daraus der zur Führung großer Trommler- und Pfeifer- oder Hörner-Korps gebrauchte Tambourstab entstanden. In Frankreich fand er, vermutlich durch das Beispiel der alemannischen Schweizer und Elsässer veranlasst, großen Anklang. Und bald wurde es in den französischen Regimentern Mode, einen besonders stattlich gewachsenen und phantasievoll gekleideten Tambourmajor zu haben, der durch zierliches Schwenken und In-die-Luft-Werfen des nun reich geschmückten Stabes Aufmerksamkeit auf sich zog.
In Preußen kommt der Tambourstab erst seit den Befreiungskriegen von 1813/15 zur Einführung - von französischen Vorbildern und erbeuteten Stäben angeregt. Ein "erlaubtes Paradestück" soll schon seit 1808 vorhanden gewesen sein. Zunächst wurde der Tambourstab nur vom Regimentstambour (der Infanterie) geführt, später auch von den Bataillonstambouren; allerdings nur bei Paraden, dem Aufziehen der Wache und zum Großen Zapfenstreich. Bei anderen Gelegenheiten wurden die Zeichen mit dem Signalhorn (Fanfare) gegeben.
Jahrzehntelang wählten die Musikanten zum Regimentstambour einen Mann, der die Mittel besaß, die Kapelle finanziell zu unterstützen. Es war ein Ehrenamt. Heute führen vor allem musikalisch befähigte Frauen und Männer einen Musikzug an.

Der Tambourstab dient zum

a) TAKTIEREN - auf die erste Zählzeit (auf 1) ab, auf die zweite Zählzeit (auf 2) auf
EINS AB - ZWEI AUF
Beim Taktieren wird nur das Handgelenk bewegt. Die andere Hand bewegt sich normal (natürlich).

b) ANZEIGEN - von bestimmten Bewegungsabläufen:
- Einschlagen zum Spiel
- Abreißen eines Marsches
- Beginn und Ende des Fußmarsches
- Halten und Abmarschieren mit klingendem Spiel

MIT AVISO (Auftaktbewegung zur Vorgabe der Geschwindigkeit und Dynamik)
Links-/Rechtsbewegung und Hochstoßen des Tambourstabes
- Abfallen
- Aufmarschieren
- Breite und enge „normale“ Formation
- Richtungsänderung

OHNE AVISO
Formveränderungen erfolgen

Weitere Aufgaben des Stabführers
1. Einnehmen der Marschformation
2. Aufstellung und Ausrichten der Formation
3. Haltung der Instrumente im Stand (Ruhehaltung)
4. Vollständigkeit und Einheitlichkeit der Bekleidung
5. Abmarsch (Ankündigung und Genauigkeit in der Ausführung)
6. Haltung und Aufnehmen der Instrumente zum Spiel
7. Einhalten des Marschtempos (108 bis 112 MM)
 

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